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Es ist mittlerweile bewährte Tradition an der Merian-Schule, dass alle SuS des 9. und 10. Jahrgangs jährlich ein zweiwöchiges Betriebspraktikum absolvieren. Dieses fand im Schuljahr 2016/17 im Zeitraum vom 07. bis 23. Dezember statt.

Für die SuS des 9. Jahrgang stellt dieses Praktikum eine erste, intensivere Begegnung mit der realen Arbeitswelt dar. Obwohl die SuS speziell im Fach "Wirtschaft-Arbeit-Technik" theoretisch auf die Praktika vorbereitet werden, sind besonders das eingenständige Finden eines interessanten Arbeitsplatzes oder die individuelle Kontaktaufnahme mit den Wunschbetrieben oftmals völlig neue und wichtige Erfahrungen für die Jugendlichen. Im Fazit haben alle 128 SuS der 9. Klassen dieses erste Betriebspraktikum mit Erfolg absolviert.

Wie auch bei den Praktikanten des 10. Jahrgangs, standen vor allem die Klassenleiter während des gesamten Praktikumsverlaufes helfend und beratend zur Seite. Diese nahmen jeden Praktikumsplatz selbst in Augenschein und sprachen mit den jeweiligen Betreuern. Deren Einschätzungen und die Erfahrungsberichte der Schüler ergaben ein sehr positives Gesamtbild in Bezug auf die Praktika, da in viele Fällen von den Betreuern besonders die hohe Leistungsbereitschaft sowie das vorbildliche Betragen der SuS gelobt wurden. Bei den Praktikanten wiederum fand die große Mehrzahl das direkte Praxiserlebnis und die gebotene Möglichkeit toll, eigene Fertigkeiten und Kenntnisse auch außerhalb der Schule zeigen zu können. Wie im Vorjahr gaben ca. zwei Drittel der Schüler an, dass ihr Interesse am Praktikumsbetrieb bereits mit einer, zum Teil allerdings noch etwas nebulösen, Berufsvorstellung gekoppelt war. Über 85% der Schülerinnen und Schüler fanden ihre Vorstellungen von den zu erwartenden Tätigkeiten identisch mit den realen Bedingungen während der Praktika. Auch sei ihnen nun oftmals viel bewusster, dass gewisse Basiskompetenzen sowohl für ein Praktikum als auch für das spätere Berufsleben notwendig sind. Besondere Sozial- und Fachkompetenzen würden genau so wichtig sein wie auch Kenntnisse aus dem Deutsch-, Mathe- oder Sprachunterricht.

Viele Schüler des 9. Jahrgangs gaben auch an, dass ihnen erst jetzt richtig klar wäre, wie wichtig der respektvolle Umgang mit Erwachsenen oder die gelungene Integration innerhalb eines Arbeitsteams sind. Für die 126 SuS des 10. Jahrgangs - bereits "Profis" in Sachen Betriebspraktikum, da sie nun bereits ihren zweiten Exkurs in die spannende Arbeitswelt unternommen hatten - stellte nicht eine allgemeine Orientierung das wichtigste Motiv der Praktikumsplatzwahl dar, sondern primär die nun viel detailliertere und spezifischere Erkundung im Rahmen von Berufswünschen. Dabei nutzten fast alle ihre Erfahrungen aus den Praktikas des Vorjahres, um entweder eine eingeschlagenen Berufsrichtung weiter zu verfolgen oder sie probierten gezielt etwas Neues aus. Es gab einige interessante Veränderungen bezüglich der Art der Praktikumsbetriebe. Im Vorjahr waren noch ca. 40% der Schüler im Bereich Handel und Dienstleistungen tätig, in diesem Jahr lag dieser Bereich unter 30%. Die Zahlen von ca. 18% der Praktikanten in sozialen Einrichtungen sowie etwa von 18% der Schüler im Handwerk und in der Produktion blieben relativ gleich. Deutlich breiter wurde die Palette bezüglich berufs- und fachübergreifender Praktikumsplätze, die fast ein Drittel aller Praktika beinhaltete.

Die ca.254 SuS (einige Erkrankungen, eini Betriebswechsel) wurden von 21 KuK / Referendaren betreut. In den Gesprächen mit den Betreuern erfolgten von diesen fast durchgängig gute und sehr gute Einschätzungen der SuS. Grobe Undiszipliniertheiten  oder rechtliche Verstöße durch die Praktikanten gab es keine. Gleichzeitig gingen auch keine bedeutsamen Beschwerden über die Betreuer und Betriebe ein.

Der  Praktikumszeitraum im Dezember hat sich aus Sicht der KuK bewährt. Positiv werden auch die parallelen Praktika des 7. und 8. Jahrganges gesehen, da durch diese Organisation keine Vertretungsstunden in anderen Jahrgängen anfallen. Generell werden die beiden Praktika von fast allen KuK als sinnvoll und nützlich für die Schüler eingeschätzt. Als positiv wird auch die Möglichkeit für KlassenleiterInnen bzw. StellvertreterInnen gesehen, sich außerhalb der Schule mit ihren SuS ohne Zeitdruck aussprechen zu können.

Ebenfalls positiv und sinnvoll ist die wieder praktizierte Form der Betreuung. Die KuK setzten sich am ersten Praktikumstag mittels der SuS oder selbst telefonisch mit den betrieblichen Betreuern in Verbindung und begannen ihre Besuche dann am dritten Praktikumstag. Ein nochmaliger Besuch war in der Regel nicht nötig.

Generell möchten wir, Schüler und Lehrer der Merian-Schule, allen Praktikumsbetrieben und betrieblichen Betreuern danken, dass uns die Möglichkeit gewährt wurde, ein vielschichtiges und buntes Bild der Arbeitswelt kennen zu lernen. Egal ob in den Kitas, bei der Polizei, in den Hotels, Anwaltkanzeleien, Arztpraxen; egal ob in IT-Betrieben, Handelsunternehmen, bei Handwerkern oder unter den Fittichen einer Hebamme - überall konnten unsere SuS praktische Erfahrungen sammeln, die in dieser Form die Schule nicht bieten kann.

Nochmals vielen Dank!!!